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Samstag, 20. Juli 2013, 22:57

C. S . Alabama - Sammlung von facts über eines der berühmtesten Schiffe ihrer Zeit


In meiner Wohnung sind diverse Schiffe im Bau; ich befasse mich in der Regel intensiv mit dem Schiff und seiner Zeit.
Eines der Schiffe, die ich sehr weit fertig habe, ist die C.S.S. Alabama. Und dazu gibt es eine sehr private Geschichte.

Meine Partnerin, Faldeelah, stammt aus Kapstadt.
Und irgendwann kamen wir über das Schiff ins Gespräch.... Jo. Ein Schiff der Konföderierten- das prickelte bei ihr mal nicht so....
Aber die CSS Alabama besuchte Capetown immerhin 2 Mal!

Aber da gibt es einen sehr berührenden Punkt, als ihr was Besonderes einfiel: Capetown ist eine sehr reiche Stadt mit zig Ethnien und schönen Brauchtum- darunter der Carnival. Und da gibt es einen "der" Carnivalsongs ( man glaubt es nicht ) über die "Alibama", wie das Schiff auf Afrikaans heißt....
So sehr hat der Besuch (besser gesagt die 2 Besuche...) der CSS Alabama Wirkung in Capetown gezeigt.

Das Lied hat den Text (hier Orginal in Afrikaans):

Daar kom die Alibama,
Die Alibama, die kom o´or die see,
Daar kom die Alibama,
Die Alibama, die kom oor die see...

Nooi, nooi die rietkoi nooi,
Die rietkoi is gemaak,
Die rietkoi is vir my gemaak,
Om daarop te slaap...

O Alibama, die Alibama,
O Alibama, die kom oor die see,
O Alibama, die Alibama,
O Alibama, die kom oor die see...


Sicher ist das vom Text und der Melodie her nicht "das" tollste Lied.
Übertragen ins Deutsche lautet der Text so:

"Da kommt die Alabama- die Alabama kommt über die See,
Mädel, Mädel, das Futtong (Reetbett) ist für mich fertig,
um drauf zu schlafen....


"Nooi" das sind junge Frauen, Dienstmädchen.

Um den Witz zu verstehen sollte man wissen:
Das Lied wurde von malaischen Straßensängern (Minstrels) 1863 zum Besuch der C.S.S. Alabama geschrieben und gesungen- und eben nicht auf englisch, sondern auf Afrikaans- und das gibt in etwa die Zielrichtung des Spottliedes:
Die Buren freuten sich wohl sehr über den Besuch des Schiffes...
Es ist drum nicht verwunderlich dass es noch gar nicht SOO lang her, dass er Song auch bei den Buren richtig ankam, heute ist er ein anerkanntes Volkslied.

Dazu ist das Lied eine konkrete, sarkastische Antwort auf "Dixies Land"- denn dort gab es auch sogenannte Ministrels- dort aber Weiße,die sich als Schwarze verkleideten (und sogar sich als "Negroes" schminkten) und ihre Sicht von "Negro- Culture" bis hin zu entsprechenden Banjo- Balladen vorbrachten (was bei den Betroffenen bestimmt überhaupt nicht gut ankam ( see "Black-face"- Konflikt ).
Später steigen Afroamerikaner in diese amerikanische Banjo- Geschichte selbst ein und übernahmen die Elemente (am Anfang sogar die schwarz geschminkten Gesichter!) und .... es entstand einer der Brücken in die moderne Musik... thats Jazz....

Die in Kapstadt sehr berühmten Goema- Captains spielten deshalb das Lied- man staune- 2007 (!) in Basel (!) im Museum der Kulturen...
Wer sich für die Musik vom Kap interessiert, kann mal "Goema" eingeben- das ist sehr aktuelle Musik vom Kap.

Jedenfalls ist es eine ungewöhnliche Geschichte- und ich will hier auch einen entsprechenden Thread starten- über das Schiff in seiner Zeit, über seine Technik, seine Auswirkung- und ....

C.S.S. Alabama und die Musik der Epoche. Das ist auch was...
Let go your shank painter, let go your cat stopper!
Haul up your clewgarnets, let tacks and sheets fly!

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Samstag, 20. Juli 2013, 23:21

Die Konföderierten, Musik-und die CSS Alabama


Am 30. Juli 1862
um 02.30 am. legte ein schwarzes, elegantes (und nagelneues!) Schiff auf dem Mersey ab. Tags zuvor hatte es Erprobungsfahrten gegeben. Nun lief das Schiff schnell flussab.

An Bord waren auch ein paar Seeleute, die Musikinstrumente hatten
und diese hatten einige Tage zuvor ein kleines bißchen unvorsichtig ihrer Leidenschaft gefrönt.
Ein Spion der Nordstaaten, der mehr über das geheimnisvolle Schiff wissen wollte, notierte über den Vorfall:

"Met the seamen, say thirty in number, on Saturday coming down Canning St. from the ship, playing 'Dixie's Land' on a fife, concertina, and cornopeon [an early cornet] and they all took the 4:30 Woodside boat for Liverpool. They still kept playing 'Dixie's Land' on board the ferry boat. Went up to one of the men and asked him when he thought the ship would be going out. He told me their bed clothes and bedding were aboard and that the boatswain told those who intended to go in her, to hold themselves in readiness for early next week."

Da
der Kapitän des Schiffes (und natürlich auch der Verantwortliche für den Bau des Schiffes ) von der Arbeit der Spione wusste, ging das
Auslaufen beschleungt und in aller Stille vor sich... Na und dann hört
man sich dieses Lied an und stellt sich vor: Wärs ein Film, hielte man
das für stark erfunden....


Das geheimnisvolle Schiff ( "# 290" / Enrica ) erhielt am 24. August 1862 vor Praya ( Azoren ) seinen richtigen Namen: CSS Alabama.



To arms in Dixie... (Jeder kennts, oder? Dixies Land...)


Ein schöner Artikel über Musik in der konföderierten Marine ( mit dem obigen Zitat) findet sich unter:

http://www.astrococktail.com/CSNmusic.html

und da kann man auch sehen, welche Ausstrahlung die CSS Alabama in der Musik ihrer Zeit hatte.

Ons mut nu slaap...

Bibi
aus Regen-Capetown




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Samstag, 20. Juli 2013, 23:34

Das Wrack der CSS Alabama

Verdomp! Hätt ich diesen Faden des Threads fast vergessen: Das Wrack

Heutzutage gibt es viele gute Unterlagen über das Schiff. Die CSS Alabama ist gut betaucht und dokumentiert. So sind auch Teile gefunden worden, die bislang nicht sehr bekannt waren, wie die Schiffsglocke( hing am Fockmast...) oder eben die 8 Guns an Bord.

http://www.hnsa.org/conf2004/papers/watts.htm zeigt viele Bilder.

Den Knecht und einen Vergleich mit dem der Warrior findet sich hier:
http://www.superiortrips.com/CSSAlabamaPhotoAlbum.htm

Und die Guns werden hier diskutiert:
http://www.go2gbo.com/forums/blackpowder…alabama-cannon/



Und wer am Sonntag nix zu tun hat taucht:
http://www.wrecksite.eu/wreck.aspx?1194

Goeinag un lekker slap!

Bibi
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Sonntag, 21. Juli 2013, 12:26

Die Wanderung der Toten- der letzte Mann der CSS Alabama kehrt aus der Fremde heim! Capetown News

Goiemore!

Der Besuch der Alabama in Kapstadt führte zu den wenigen bekannten Photos des Schiffes
( Von 22. bis 24.12. 1863 wurden die lediglich 2 weiteren bekannte Bilder in Singapore gemacht, die das Schiff von außen zeigen)

Es gab in Capetown Korrespondenz und Besuche- die auch weitere Spuren zur Alabama legen. Besucher bekamen z.B. Karten.
Der Seeman Felix Flores ist hier http://members.home.nl/madams/Felix_Florez.html auf einem dem Schiff zugeschriebenen Bild zu sehen.
Es ist heute möglich, den hinter dem Matrosen stehenden Knecht mit dem wiedergefundenen Original zu vergleichen- siehe oben zum Wrack.

Aber die beste Geschichte vom Kap ist die von Leutnant Simon W. Cummings- der drei Tage nach dem Einlaufen des konföderierten Schiffes in der Saldanha Bay (1.August 1863) bei einem Jagdunfall starb. Er wurde an einem schönen Ort- der Kliprug Farm an der Saldanha Bay begraben.
Die bekannte südafrikanische Zeitung "The Argus" ( gegründet in Kapstadt 1865 !!!) meldet am 4. Mai 1994 dass er nun in allen militärischen Ehren in Elm Springs,Columbia, Tennesee begraben wird: http://s2.hubimg.com/u/817737_f1024.jpg
Man kann in dem Artikel auch etwas zum Capetown Carnival lesen....
Und hier das Nachspiel in Elm Springs:

Und passt da nicht einer der Union-Song "Jonny comes marching home"?

Totsiens
Bibi
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Sonntag, 21. Juli 2013, 12:30

Links und Literatur

Gelesen und für gut befunden:

1st choice/ must have:
"CSS Alabama- Anatomy of a Confederate Raider" von Andrew Bowcock
Chatham Publishing, London 2002

DIE aktuelle Quelle über das Schiff- mit einer kurzen, klaren Einführung in die Geschichte und die Personen und Rissen und vielen Zeichnungen - auch vom Innenleben und der Maschinen. Gefährlich sind die Fehler, die Bowcock macht um so mehr, da er in den meisten Fällen sehr präzise arbeitet. Aber der Decksplan seiner Rekonstruktion weicht von z.B. den Bildern von Cape Town stark ab und manche Dinge fehlen bedauerlicherweise. Hier lohnt sich eine Rückfrage bei mir. Enthält die meisten der (wenigen) bekannten Photos des Schiffes.

Fire on the Water - The USS Kearsarge and the CSS Alabama
James Gindlesperger, Burd Street Press Shippensburg, Pennsylvania
2003

Sehr umfangreiches und spannendes Buch, das die Geschichte beider Schiffe und ihrer Besatzungen erzählt. Für den Bau der Schiffe selbst zwar nicht so hilfreich, bekommt man wirklich aber gute Innensichten der Personen und der Zeitumstände. Gelegentlich fehlen ein paar Features- also z.B. erfährt man nur etwas über die letzte Rigg-Änderung vor dem Einlaufen in Cherbourg. Dort erschien die Alabama als Vollschiff. Und die Abbildungen sind mäßig. Da fehlt noch "das" Buch. Keine Risse o.ä

CSS Alabama vs USS Kearsarge - Cherbourg 1864 von Mark Lardas, Osprey Publishing 2011

Der kleine Band fokusiert die Begegnung beider Schiffe und ist sehr lesenswert. Eine Reihe von Karten und teilweise guten Zeichnungen ( S. 32, Weapons, S.33 Moving of a Pivot) zeichnet das Buch aus. Ein paar Photos liefern gute Details der USS Kearsarge- kaufen muss man das Buch aber nicht unbedingt.


"CSS Alabama" Builder, Captain and Plans von Charles Grayson Summersell / The University of Alabama Press (1908 ) 1985
Gute Beschreibung der Hintergründe und Bulloch als "Builder" und Semmes als Captain und eine umfangreiche Darstellung der Aktionen des Raiders und des Lebens an Bord ( natürlich aus Sicht der Konföderierten ). Die Pläne sind klar und genau gezeichnet- und zeigen die achterlichen Klappen, aber die Qualität der Pläne sind im Vergleich der Bilder von Cape Town nur relativ zu sehen; DIE sind - neben den Wrackbefunden die Quellen, die den Orginalzustand des Schiffes zeigen, bedingt die 2 Photos von Singapore wegen der Qualität der Bilder.
Die Bilder im Buch sind sekundär- hier ist Bowcock- natürlich aktueller- "DIE" Quelle.

Confederate Raider 1861- 65 von Angus Konstam, Illu. von Tony Bryan
New Vanguard / Osprey Publishing 2003

Das "Büchle" enthält eine Bio aller konföderierten Raider und sehr schöne und klare Zeichnungen der Schiffe, eine Reihe Photos und Bilder- teilweise sehr gut teilweise sehr schwach. Best of ist die "offene" Zeichnung D (Doppeseitig!) die sehr detailliert das Schiff "CSS Alabama" und sein Innenleben zeigt. Hier sind die Tops in der Größe wie bei dem Revell- Schiff gezeichnet und das Schiff trägt das leichte Rigg ( Top- und Bramsegel an Vor- und Großmast, ohne Leesegelspieren) und das Deckslayout scheint mir sehr stimmig- außer den fehlenden Klappen am Stern /Heck.

HMS Warrior 1860 - Victorias Ironclad Deterrrent von andrew Lambert , Conway (1st 1987) 2011

Ein super Buch und fast ein Must- have... tolle Bilder und Texte. Die Beziehung zwischen beiden Schiffen ist doch enger als Vielen bewußt ist- und viele Infos aus dem Buch halfen mir, die Technik der "CSS Alabama" besser zu verstehen und Fragen zu klären. Aufpassen muss man allerdings dennoch: Vieles, was die HMS "Warrior" heute zeigt, ist Rekonstruktion (siehe das Dekor am Heck- das SEHR Nahe an dem Dekor der "CSS Alabama" liegt... nur wurde das Dekor der HMS Warrior von "zeitgenössischen" Quellen aus rekonstruiert... Laird ( die Alabama-Werft ) hatte sich mit um die Warrior beworben, der Schraubenrahmen etc. ist doch sehr gut vergleichbar.


Weitere Literatur und Seiten finden sich hier:


http://www.uri.edu/artsci/his/mua/alabama/alareadroom.html

Und ein paar Seiten aus dem Log der CSS Alabama

Ein qualifizierter Blog zur CSS Alabama- mit guten links:
http://cssalabama.blogspot.de/
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Freitag, 2. August 2013, 22:21

Crew der CSS Alabama

Infos zur Crew der CSS Alabama auf der Seite der CSS Alabama Ass.. Die Site enthält auch Artikel über das Wrack und die Bergung der Artefakte vom Schiff.
Hier:
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Mittwoch, 21. August 2013, 14:04

Das Rigg der CSS Alabama und ein Fund zu "DEN" Schornsteinen.

Wichtig ist, dass man sich bei der CSS Alabama vergegenwärtigt, dass sie
sehr unterschiedlich getakelt sein konnte:
als Barkentine ( Nur Rahsegel am Fockmast, sonst F&A Segel)
als Jackass- Bark ( Rahsegel an Fock-und Großmast, Besan nur mit Gaffelsegel
als Vollschiff ( z.B. beim Einlaufen in Cherbourg)
und dass sie beim Gefecht vor Cherbourg wohl so aussah, wie auf dem Titelbild des Osprey Buches
- mit herabgenommenen Royals und Bramrahen, mit festgemachten Segeln;
später, beim Abbruch des Gefechts wurden dann ein paar Segel gesetzt, als Semmes versuchte, die rettende Küstenlinie zu erreichen.

In den Unterlagen fand ich auch die Info, dass das Schiff einmal einen zweiten "Schornstein" fuhr ( quasi ein schwarzer Windsack).
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Samstag, 21. September 2013, 14:46

Quellensuche: Weitere Photos

Die Suche nach wirklich verlässlichen Unterlagen zur CSS Alabama führte nun doch zu weiteren Resultaten:

Das Merseyside Maritime Museum hat neben einem nicht so historisch
wertvollem Modell des Schiffes 3 Photos- auch aus der in Cape-Town am
12. August 1863 von Arthur Green aufgenommenen Reihe:



Das Erste
ist vergleichbar mit Bowcock # 2 / S.50- aber es ist etwas achterlicher
und das achtere Pivotgeschütz ist dort nur noch minimal sichtbar- wohl
aber nun die Lukengruppe vor dem Ruderstand und das Arbeitsgerät über
der Luke. Erkennbar ist ein wichtes Farb- (und Technikdetail): Die
Poller waren bei der CSS Alabama nicht wie von Onkel Revell gebracht,
auf dem Deck-sondern sie standen im Schanzkleid und waren in Wandfarbe
hellgrau gemalt. (Rechts hinter der abgenommenen Haube des Niedergangs
und des Mannes sieht man das ).



Das Zweite geht ein paar Schritte weiter, es ist noch achterlicher,
etwas vor der Höhe des vorderen Kompasses und des Ruderstandes; es zeigt
neben der Unordnung um den Horseblock Details des achteren Kompasses,
des Endes der achterlichsten 32 Pfdr-Breitseit- Kanone ( Auge für
Brooktau ) und- auch von Interesse- Mitglieder der Besatzung.

Es trägt den Titel "Gun Room Detail" .



Das letzte Bild ist für mich das Überraschendste: Es ist das gleiche Bild wie
bei Bowcock #7 /S. 53- und zeigt Captain Raphael Semmes auf einem
Stuhl, beim achteren Kompass. Aber während bei Bowcock die Qualität sehr
körnig ist, zeigt das Bild aus Liverpool sehr klare Details und einen
besseren Ausschnitt. Mit der Lupe betrachtet kann man neben dem
Kompass(und dessen Beschläge ) auch die interessanten Beschläge der
achtersten Geschützpforte für das dortige "Reserve"- Pivot- Geschütz
sehen. Es kann auch sein, dass rechts oben über dem Kompass das Tau zum
Bedienen des Geschützpforte sichtbar ist. Semmes auf dem Achterdeck .
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