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Dienstag, 26. Februar 2013, 10:56

Schaufelradbagger 289 von Revell

Ein freundliches Hallo in die Runde,

es gibt Bausätzte, die muss man einfach haben. 1984 war er das erste Mal im Katalog gelistet. 79,50 DM war der damalige Listenpreis. Das war eine stolze Summe. Später, so dachte ich. Es wurde sehr viel später. Mitte der 90iger gab es kurzzeitig eine Wiederauflage. Eine "Nice Price" Aktion nannte sich das damals für ausgewählte Modelle. Schon wieder gepennt....

Die Jahre vergingen. Seit letztem Jahr wusste ich, er kommt wieder. Und diesmal war ich hellwach. Denn erst mal musste man einen Bausatz finden. In den USA wurde ich fündig. Wochen später hatte ich den Bausatz auf meinem Tisch liegen. In der Zwischenzeit hatte ich mir viele Fotos aus dem Netz besorgt. Es gab beim Bau einige Klippen zu umschiffen. Im Laufe des Berichts werde ich näher darauf eingehen.
Wer sich für diesen Riesen interessiert muss wissen, auf was er sich einläßt. Geduld und Zeit sind Grundvoraussetzung. Ich hatte davon 4 Wochen. Das Modell wurde fast OOB gebaut. Einige Freiheiten habe ich mir allerdings genommen.
Der Baubericht hat die freundliche Genehmigung von Revell.

Und nun geht es los:



Die Erstauflage hatte rote Spritzlinge und das für einen Bausatz,der ein hellgraues, aluminiumfarbiges Aussehen bekommen soll. Das ist schon eine Herausforderung beim Lackieren.

Aber soweit war es noch lange nicht. Erst mal galt es die Bauteile sauber zu entgraten. Ich brauch es Euch ja nicht näher zu erzählen. Der Bausatz stammt aus den den 80igern und da gab es halt Auswerfer- und Sinkstellen. Die im sichtbaren Bereich wurden zwei bis drei mal gespachtelt und geschliffen.
Hier einige Utensilien: Die Uhr soll nur anzeigen, dass man sich bei diesem Projekt Zeit lassen soll.


Um die zahlreichen Auf-und Niedergänge zu gestalten kommt man um ein paar Sheetstreifen nicht drum herum. Was die damalige beigelegte BA anging... so ließ sie doch manches im Unklaren. Ein genaues Studium war nötig und auch einige gebaute Modelle, die ich im Netz gefunden hatte, halfen bei der Detaillierung.



Um seinen persönlichen Schaufelradbagger zu "supern", hilft auch mal ein Blick in die Kurzwarenabteilung. So fand ich diverse Latexschnüre für die Stromleitungen. Ich hatte eigentlich noch vor gehabt den Abraum mittels Zubehörmaterial aus dem Eisenbahnbereich zu realisieren. Aus Zeitmangel musste ich das leider "canceln". Anstatt des beiliegenden Bindfadens habe ich einen Polyesterfaden aus dem Nähkästchen meiner Oma verwendet. Der franste nicht aus und ließ sich bis auf das Verknoten auch relativ gut verarbeiten.


Allerdings würde ich beim Bau eines weiteren Baggers für die Verkabelung jetzt darauf zurückgreifen:

Diese "Stahlseile" haben die optimale Färbung und Struktur.

Wenn man alle Bauteile entgratet und laut Bauanleitung zugeordnet hat, bleiben diese Teile übrig:


Soweit, so gut.
der Bericht wird fortgesetzt.

Tach zusammen :wink:
Die einen sagen stolz: "das habe ich gelernt" ; die anderen sagen nichts, aber dafür können sie es.

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Donnerstag, 28. Februar 2013, 09:49

Hallo zusammen,

es geht weiter mit dem Monster. Nach gut einer Woche waren fast alle Teile gespachtelt und geschliffen. So gut es ging wurden die Teile schon zusammengebaut und nach Baugruppen geordnet. Dabei wurden auch die Geländer an den Stellen montiert wo sie beim Lackieren nicht stören.
Vergleicht man das Original so sind die Geländer eigentlich an den Kanten der Plattformen montiert. Beim Modell sieht es aufgrund der Materialstärke allerdings nicht realistisch aus und so wurden sie auf den Plattformen nahe am Rand geklebt.



Ich muss allerdings dazu sagen, dass so der Platz für die Motoren ziemlich eng wird. Ich musste von den Motoren Material an der Hinterseite wegschneiden. Das fällt aber nicht weiter auf. Ich habe es auch bis auf wenige Ausnahmen vermieden, zwei senkrechte Pfosten der Geländer nebeneinander zu setzen. Ich habe die waagerechten Stege passend gekürzt und jeweils angeklebt.





Damit mich meine Frau öfters sieht, habe ich das Modell mit im Wohnzimmerbereich genommen. Lustig, wenn man tagelang entgratet und schleift. Man sieht aus wie ein... Aber die bessere Hälfte war zufrieden, wurde doch täglich Staub gesaugt.




Revell hat dem Bausatz extra Geländer für die Treppenabschnitte beigelegt. Allerdings stellte ich beim Betrachten der Originalbilder fest, dass die Pfosten diagonal verlaufen. Deshalb habe ich die normalen Geländer genommen und angepaßt. Es war aber ziemlich zeitaufwendig.


Die Plattformen entstanden aus Evergreen Material. Die Maße: 5 mal 5mm und 5 mal 10mm





Die Ketten. Ein ganz besonderes Kapitel. Da wurde es laut in unserem Haus. Dazu später mehr.



Hier noch die restlichen Geländerteile, die erst nach dem Lackieren angebracht wurden. Aus Bauberichten entnahm ich, dass dem Bausatz zu wenig davon beiliegen. Es stimmt. Deshalb kann ich allen Interessierten sagen, dass Revell dieser Wiederauflage einen dritten Gießast spendiert. Das wird ausreichen, um alle relevanten Stellen mit Auf- und Niedergängen zu versehen.






Ich nenne diese Teile mal Transportbandrollenteile. Sie erhielten eine andere Farbe und wurden separat lackiert. Ich verwendete R91 90% und R37 10%.

Das Mischen von Farbe ist kein Hexenwerk. Viele tun sich schwer, kann ich nicht nachvollziehen. Bis zu drei Farben kann man problemlos mischen. Ich verwendete fast ausschließlich Revellfarben, und wenn es die Farbe im Sortiment nicht gibt, wird sie gemischt und so steht es dann auch in der BA. Die zwei Teile unten links haben eigentlich Haltezapfen für die Montage im "Fachwerk". Da ich es aber schon vorher zusammengebaut hatte, wurden sie entfernt. Beim späteren Einführen und Ankleben muss man trocken anpassen und die Stellen wo geklebt wird, markieren. Ich gehe da später noch mal darauf ein.









Die beiden Holzspieße sollten Lackierhilfen sein. Tun sie eigentlich auch wenn sie halten, der untere hatte aber nach dem Grundieren keine Lust mehr. So knallte die Einheit auf die Fliesen. Da wurde es wieder laut im Haus. Zum Glück lösten sich nur die filigranen Geländerteile. Wir fanden die weiß lackierten Teile auf den weißen Fliesen irgendwann wieder. Da braucht man Nerven wie Drahtseile. Festkleben, waschen, trocknen, grundieren, Basislack und das Malheur war Geschichte. Weitere sollten ja noch folgen.



Da bahnte sich schon das nächste Problem an. Aber das wußte ich zu diesem Zeitpunkt noch nicht. Merke: Traue keiner BA.





Ein Teil hatte es nicht über den großen Teich geschafft. Aber mit ein wenig Rundmaterial und Plastiksheet ist das schnell erledigt.




Hier hatte ich schon Geländerteile zusätzlich angebracht. Bei der Endmontage stellte sich jedoch heraus, dass sich einiges davon im Weg stand. Mit dem Seitenschneider ist das aber schnell entfernt.










Ja, ja. Die Sinkstellen. Es gehört halt dazu. Irgendwann ist auch das vorbei.





So ganz wollte bei mir das nicht passen, aber mit ein wenig Spachtel und Sheet und genügend Zeit zum Trocknen wurde auch das gemeistert. Und das Schaufelrad ließ sich noch drehen.Ganz wichtig bei der späteren Bemalung um an alle Stellen mit dem Pinsel zu kommen.










Alle Teile waren somit lackierfertig. Es ging eine Menge an 14ml Pötten drauf. Mein Vorrat an weißer Farbe tendierte Richtung Null. Ich hatte ja das Pech rote Spritzlinge zu erwischen. Sonst bin ich gewohnt die weiße Grundierung von Revell zu verwenden. Die ist aber von Haus aus ein wenig agressiv. Wenn man ganz viel Pech hat, kann das Material "durchbluten", wenn der graue Basislack lackiert wird. Ein Bagger mit einem rosa Stich konnte ich aber auf keinen Fall gebrauchen.

Also wurde mit R5 das ganze Modell in mehreren Schichten dünn grundiert . Nach 24 Stunden Trocknungszeit wurde der graue Basislack aufgebracht. Allerdings habe ich zwei verschiedene Grautöne verwendet. Der Drehköper, das Absetzergebäude und die drei Basisteile für die Hauptfahrwerke wurden mit einer Mischung aus R76 und R99 zu je 50% lackiert. Alle anderen Teile wurden mit einer Mischung aus R5 60%, R76 30% und R99 10% lackiert. Reines R76 erschien mir zu dunkel, Da ich das Modell ja noch mit anderen Farben trockenmalen wollte, brauchte ich ein helles Grau. Und wie gesagt: Mischen ist kein Hexenwerk.

Der Bericht wird fortgesetzt.

Tach zusammen :wink:
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Donnerstag, 28. Februar 2013, 09:59

interessanter Baubericht eines interessanten Modells.
Es scheint ja wirklich eine Menge an Teilen zu sein....
Grüße, Andy

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Donnerstag, 28. Februar 2013, 10:24

Toller BB. Da bin ich dabei.
Zumal ich hoffe, mir ein Exemplar des im Juni in Neuauflage erscheinenden Bausatzes zu sichern! :D
Wieviel hast du denn für deinen "USA-Import" bezahlt wenn ich fragen darf?
Momentan im Bau:
Verschiedene Projekte und Dios in 1/72 & 1/35
In Planung:
zu viele...

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Donnerstag, 28. Februar 2013, 10:52

Hallo Andi,
er lag bei 66 Dollar.
Das war unglaublich günstig und nicht mit den Preisen bei dem hiesigen Auktionshaus zu vergleichen.
Grüße Michael
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6

Donnerstag, 28. Februar 2013, 11:17

Suuuper Teil! Als Kind hab ich den immer haben wollen....80 Tacken waren niemals in meinem tachengeld und derzeit eine Stange Geld fürs Hobby. Aus den Augen verloren hab ich den Bausatz dann. Toll, das er wieder raus kommt.

Ich hoffe, das er nicht in rot gegossen ist :hey:

Da bleibe ich an dem Babericht dran. Cool!

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Samstag, 2. März 2013, 20:17

Hallo zusammen,
nun geht es hier weiter. Nachdem nach vier Tagen alle Teile lackiert waren, konnte mit der weiteren Detailbemalung begonnen werden.
Warum vier Tage? Mache Komponenten sind so groß, dass man sie auch irgendwo festhalten muss. Erst die eine Seite grundiert, 24 Stunden trocknen, dann die andere Seite, wieder 24 Stunden trocknen. Die Basislackierung dauert dann entsprechend wieder 2 Tage. Aber bei seidenmatten und matten Tönen wie in diesem Fall stellt das kein Problem dar und man sieht keine Ansätze.
Hier erkennt man sehr gut das Absetzergebäude, das mit der dunklen Mischung lackiert wurde. Die Geländer wurden anschließend per Pinsel mit der hellen Basismischung lackiert. Anschließend wurde die oberste Reling mit gelb betont. Und zwar bitte nur die oberste. Die BA sagte da was anderes, einige habe ich so auch im Netz gebaut gesehen, aber das sieht wenig realistisch aus.
Und wie immer habe ich auch hier kein reines gelb genommen. Das wäre immer noch zu dominant gewesen. Meine Mischung R301 40% + R310 40% + R381 20%.
Das hinzugefügte braun "bricht"die Farbe sehr gut. Die Farbe wurde entsprechend verdünnt und ließ sich ausgezeichnet auftragen.

Für die "Wellblechdächer" habe ich noch das Lifecolor Set "Dust and Rust" verwendet. Hier kamen die beiden Farben Dust type1 und type 2 zum Einsatz, die mit einem Flachpinsel aufgetragen wurden.





Die beiden unteren Geländereihen wurden nicht in einem Stück angebracht, da die Plattformen Ecken haben.






Die Motorenteile wurden mit R371bemalt. Anschießend erfolgte noch ein Behandeln mit TSC 207 Oil von Lifecolor. Das rot entstand wieder aus einer Mischfarbe R330 70 % mit R381 30%. Das braun hilft auch hier das rot etwas zu "brechen". Gerade in diesem Maßstab kann es sonst leicht "spielzeughaft" wirken.
Ubrigens, es liegen drei Motoren dem Bausatz bei. Das Original zeigt deren vier.
Bei einem persönlichen Bau kann man aber darauf verzichten. Bilder aus dem Netz zeigen eine Art "Verkapselung "der Motoren. Warhrscheinlich gab es damals zu viele technische Störungen, als sie offen lagen. Mit einem gelötetem Drahtgestell und Tachentücher in Weißleim getränkt und Plastiksheet soll man das wohl hinbekommen.


Alle Laufflächen habe ich leicht mit R91 trockengemalt.



Und hier die Ketten. Alles sah so gut aus. Sie wurden von mir ebenfalls mit der Mischung aus R91 und R37 bemalt. Einfach mit einem neuen scharfen Messer vom Gießast trennen, aufziehen und altern. Aber was war das????
Als ich die ersten Schnitte gesetzt hatte gab es "Blätterfarbe". Trotz Aufrauhen mit Schleifpapier. Die Arbeit war für die Katz. Geärgert und dann Aqua Cleen von Revell in einem Behälter getan und die Kettenglieder eingelegt. Nach gut einer halben Stunde war die Farbe weg von den Ketten. Wieder getrocknet, aufgerauht, gewaschen und an die Seite gelegt. Ich hatte erst mal die Nase voll.




Aus gegebenem Anlaß musste das Aufziehen der ketten erst mal warten.





Erste Alterungsspuren: Hier fiel meine Wahl auf R85. Rechtes Teil noch unbehandelt.
Weitere Farben waren R37, R88 und R91.




Weiter ging es dann mit den Decals. Ich hatte das Glück, dass der "Packer" dem Bausatz zwei Exemplare beilegte.

Warum Glück? Nun als ich das Deckblatt vom ersten lösen wollte, kam ich nur soweit: Hätte ich weiter gemacht, wäre die Oberfläche des Decals zerstört worden. Bei dem zweiten Exemplar ließ es sich ohne Schwierigkeiten lösen.


Die entprechenden Bausatzteile wurden auf der Rückseite mit R99 bemalt. Die Vorderseite mit R371. Anschließend erfolgte noch ein Tamiya Klarlackauftrag, somit hatten die Decals eine gute Haftfläche. Hier erkennt man, dass die Decals randscharf ausgeschnitten werden müssen.







Trotz ihres Alters, fast 30 Jahre auf dem Buckel ließen sie sich gut verarbeiten. Ok, weiß sieht anders aus, aber der Bagger ist eh staubig.



Das überschüssige Wasser aufsaugen lassen. Das Decal klebte nicht am Papier fest, sondern blieb da wo es hingehörte.



Noch ein wenig Weichmacher...



und das wichtigste Utensil beim Verarbeiten von Decals: Der Föhn. Aber bitte immer schwächste Stufe und Abstand halten Und wirklich nur kurz.


Das wäre es mit den Decals schon gewesen. Mehr gab es auf dem Bogen damals nicht.

Aber da sind ja noch die Krankabinen und deren Fenster. Wie bemalen und das auch noch sauber???
Mal im Ernst. Das werden die wenigsten von uns hinbekommen.

Ich habe schwarze Decalstreifen von "Xtradecal" verwendet. Bevor ich die Decals aufbrachte wurden die Fenster mit TamiyaKlarlack behandelt. Die Rahmenkanten halfen beim Bemalen. Aber wenn man das mit schwarz machen würde... neh, das würde keine sauberen Kanten geben, deshalb die Decals.




Bei den Decals rechts im Bild kommt noch der Föhn zum Einsatz. Die waren gerade frisch aufgebracht.



Das ist eine saubere Lösung und mit Farbe nicht zu toppen. Deshalb werden dem Bausatz auch diese Decals beiliegen. Gut, man kann natürlich auch die Fenster öffnen, einen Sitz und Konsole "frickeln" und eine "Preiserfigur" umbauen. Alles ist möglich.




Das war es erst mal wieder. Viel Spaß beim Betrachten der Bilder.
Bericht wird fortgesetzt.
Tach zusammen :wink:
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8

Sonntag, 3. März 2013, 00:18

Kurz gesagt: einfach interessant und schön mit anzusehen. Weiter machen :ok:

Hubra

Moderator

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9

Sonntag, 3. März 2013, 00:35

Hallo Michael. :wink:

Auch ich finde deinen Beitrag sehr interessant. :ok:

Zitat

Bei den Decals rechts im Bild kommt noch der Föhn zum Einsatz.

Ich habe ja schon etliche Decals angebracht, aber ich habe noch nie einen Fön dafür verwendet.
Einfach mit etwas Küchenpapier das Decal von der Mitte aus in alle Richtungen abwischen und gut ist.
Mit dem Fön besteht ja leicht die Gefahr das sich etwas verformt.

Gruß Micha.

10

Sonntag, 3. März 2013, 10:29

Hallo Namensvetter,

der Föhn ist wirklich eine Alternative wenn es zügig weiter gehen muss. Gerade bei Decals, die über Rundungen gehen oder eingearbeitet werden müssen. Da kann man dann sogar zuschauen wie sie sich faltenfrei umlegen lassen. Anschließend Weichmacher drauf und fertig. Alles andere dauert einfach zu lange. Gut, hier in diesem Fall hätte man drauf verzichten können. Glatte Flächen sind auch so machbar. Aber bei der AIDA z.B. oder Formel 1 Fahrzeugen ist das ein großer Vorteil, wenn man nachhilft.
Aber das kann jeder handhaben wie er möchte. Die Hobbybastler haben die Zeit, wir leider nicht.

Grüße Michael :wink:
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Dienstag, 5. März 2013, 10:17

Hallo zusammen,

nun geht es hier ein wenig weiter.
Nachdem die Basisfarbe trocken war, bekam auch das Schaufelrad seine Farbe mittels Airbrush. Ich verwendete R78, die vorgeschlagene Farbe R8 ist mir für den Maßstab etwas zu dunkel.
Mit vorsichtigem Druck und Sprühbewegungen ist das auch im eingebauten Zustand kein Problem. Da das Schaufelrad drehbar ist, kommt die Farbe auch überall gut hin. Ein wenig Abdecken mit Haushaltstüchern vermeidet Sprühnebel.

Die einzelnen Schaufeln wurden mit R37 per Pinsel bemalt, danach erfolgte das Trockenmalen.


Dies sollte nur die Basis sein, da ursprünglich geplant war , eine Mischung aus Steinchen, Weißleim und Farbe mittels Einwegspritze aufzubringen. Die Kanten der Schaufeln kann man noch leicht mit R91 betonen.




Wer zu Hause ein Gravurset sein Eigen nennt, kann sich an diesem " Gebäude" austoben. Es erscheint ein wenig rudimentär. Türen, Klappen könnten so eingraviert werden. Oder man klebt Türen, Klappen etc. mit dünnem Plastiksheet auf um es etwas lebendiger zu gestalten.





Hier ein wenig "supern".
Die Kabeltrommel soll laut der BA mit R91 bemalt wwerden. Das erschien mir etwas zu simpel. So griff ich auf die Latexschnur aus dem Kurzwarenhandel zurück. Sie ließ sich sehr gut verarbeiten. In gewissen Abständen mit Sekundenkleber gesichert und fertig ist die Detaillierung.


Ebenso verfuhr ich mit den Trommeln auf dem hinteren Ausleger des Baggers.
Allerdings würde ich bei einem nochmaligen Bau jetzt auf die Drahtseilimitation mit dem Durchmesser von 0,3mm zurückgreifen, da man so die Verspannung komplett in einem Rutsch erledigen kann.


Ab hier geht es an die Darstellung der Transportbänder. Dem Bausatz lag ein weißes Gewebeband bei. Nun laß ich in anderen Bauberichten, dass das damals beigelegte Material in der Länge zu knappbemessen wäre; ich habe nicht nachgemessen und wollte das Risiko daher nicht eingehen. Ich verwendete ein Material aus dem Buchbindereibedarf, dass ich mir in 17mm breite Streifen schnitt.
Auch hier darf ich erwähnen, dass der Wiederauflage genügend Material beiliegen wird.



Die Klebestellen wurden vom Lack befreit. Schön vorsichtig sein, die geklebten Geländer hat man schnell übersehen. Arrgh....











Hier die Teile für die zwei Kräne. ich gebe es zu. Ich vermisse auch das filigrane. Ein PE Satz wäre schon was. Der müsste aber sehr umfangreich sein und würde dann entsprechend kosten.




Wenn man sich dieses Bild genau anschaut, erkennt man im Fachwerk zwei freigekratzte Klebestellen für die Transportbandrollenteile. Ich hatte etwas weiter oben ja erwähnt, dass hier die zwei Teile Aufnahmezapfen hatten, die ich aber abgeschnitten hatte, um sie separat lackieren zu können. So wurden sie dann eingeschoben, ausgerichtet, markiert, Farbe entfernt und zum Schluß festgeklebt. Mit Ruhe und Geduld geht das.


Ja, ja, die Ketten.
Das Vorablackieren war ein Fiasko. Und wenn ich es mir recht überlege eh sinnlos. Die Ketten müssen, bevor sie sie um die Laufwerke "platziert" sind, so arg behandelt werden, dass die Farbe sowieso nicht gehalten hätte. Die Ketten ließen sich um die großen Laufwerke relativ einfach umlegen. Aber die hier abgebildeten kleinen brachten mich wieder auf 180... Ich konnte zerren und ziehen, die Dinger waren einfach zu knapp um sie zu verschließen. Ich weiß nicht, woran es lag. Vielleicht das Alter. Ist das Material in den 28 Jahren geschrumpft???
Irgendwann hatte ich eins fertig. Aber die Lücken zwischen den einzelnen Platten scheinen dann unnatürlich breit in dem Maßstab.
Als ich die zweite Kette aufziehen wollte, riss sie mir entzwei. So eine ....
Die Kette war ca. ein Kettenglied zu kurz. Zum Gück liegen dem Bausatz vier kurze Ketten bei. Da man nur drei benötigt, habe ich aus der vierten mir je ein Kettenglied rausgeschnitten und mit viel Sekundenkleber habe ich die Kette dann ums Laufwerk festgeklebt. Auf dem Bild erkennt man es links unten und rechts oben, wo das jeweilige Stück eingesetzt wurde.
Und noch etwas:
Immer auf die Laufrichtung achten, dass die Zapfen und Kerben auch alle in die gleiche Richtung montiert sind. Ich habe es auch schon durcheinander gesehen. Deshalb diese kleine Randnotiz.


Nach dem Aufziehen, dann der zweite Versuch sie mit Farbe zu gestalten. Der erste Farbauftrag wurde mit R91 realisiert. Die Farbe muss nicht gleichmäßig aufgetragen werden. Es kommen noch drei weitere Farben zum Einsatz.


Während die Farbe trocknete, dachte ich mir: Gehs't an die Verzurrung des Absetztergebäudes. Und da wurde es wieder laut... Laut BA habe ich alles richtig montiert. Es war auch so eingezeichnet. Aber die Öffnung für die Fäden waren genau auf der anderen Seite.
Ich hatte es sehr gut geklebt. Da rührte sich nichts mehr. So blieb mir nichts anderes übrig, als links und rechts der jeweiligen Umlenkrollen Löcher zu bohren um dort die Polyesterfäden einzufädeln und am unteren Gegenstück festzuknoten. Der Winkel der Fäden stimmt dadurch natürlich nicht mehr. Aber wer es nicht weiß....




Unten wird es dann verknotet:
der erste Knoten, dann zum Sichern ein Tropfen Sekundenklebergel, darauf folgt ein zweiter Knoten. Die überschüssigen Enden der Fäden abschneiden. Fertig!

Dabei muss darauf geachtet werden, dass es keinen Durchhänger bei acht Fäden gibt.



Ist 'ne blöde Arbeit. Immer alle Klebestellen von Farbe befreien. Aber notwendig.




Kommen wir wieder zu dem Bemalen der Ketten:
Von links nach rechts..
das Ursprungsmaterial in schwarz, 1. R91, 2. R37, 3. R85 und 4. R88.

Die einzelnen Farbgänge sind etwas sättigender aufgetragen als beim Trockenmalen. Mit dem Ergebnis bin ich zufrieden.
Es gibt Bilder im Netz, da sind die Ketten fast schwarz. Das ist aber nur dann der Fall, wenn der Bagger auf Kohle steht. Um an die Kohle zu gelangen, muss er aber 6 mal soviel an Abraum wegbaggern. Und dieses Gestein ist mal rötlich mal hellbeige. Daher habe ich Revell den Vorschlag gemacht, die Ketten nicht schwarz zu spritzen, sondern ein silbergraues Material zu verwenden. Ich lass mich überraschen, ob es umgesetzt wird.



Hier die zwölf Hauptkettenlaufwerke:
Auch hier gilt: bitte alle in gleicher Laufrichtung aufziehen und gleichmäßig, die Kettenglieder sind nicht versetzt. Immer schön im "Gleichschritt".

















Endlich steht der Drehkranz sicher auf seine "Füße".
Ich bin mir nicht ganz sicher, ob die Kettenglieder in die richtige Richtung schauen, eigentlich war geplant sie anders herum aufzuziehen.




Das war es erst mal wieder von mir. Viel Spaß beim Betrachten der Bilder.

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12

Dienstag, 5. März 2013, 13:36

Die Ketten und das Schaufelrad sehen wirklich sehr genial aus.
Ich bekomme riesige Lust den Bausatz zu basteln, hoffentlich ist die Neuauflage etwas nachgebessert worden, wie z.b. die Motorengehäuse in der richtigen Größe und mehr Geländer.

Der Bau dieses Riesen ist wohl nicht ganz so einfach.
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zu viele...

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13

Dienstag, 5. März 2013, 22:08

Mensch...die leichten Alterungen an den Bauteilen gefallen mir ausgesprochen gut :ok: :ok: :ok:
Über die Funktion des Absetzergebäudes (wie es sitzen muss und warum es aufgehängt ist) bin ich noc nicht schlau geworden. Da googel ich mal ein bischen. Schadet ja nicht, in bischen mehr über die "Stahlmonster" zu lesen ;)

Auch ein sehr schöner Bericht bis jetzt. Das gefällt mir, wenn man den Bau nachvollziehen kann. Danke dafür!

14

Donnerstag, 7. März 2013, 14:17

Echt ´ne geniale Arbeit!
Bekommt das Gerät auch noch Beleuchtung?

lg,
Frank
Modellbau ist Kunst - und manchmal Sport - und darf niemals als Arbeit gesehen werden!

Im Bau: The 24-Gun Frigate Pandora 1:128 - RC
Im Bau: Schlepper Goliath - RC

15

Freitag, 8. März 2013, 10:42

Hallo Frank,

bei diesem Modell handelt es sich das Messemodell für Revell. Da gibt es keine Beleuchtung.
Aber als das Modell 1984 herauskam, schwebte mir das beim Träumen ( Haben wollen) auch vor. Eine schöne Beleuchtung und ein Geräuschmodul für das Drehen des Schaufelrads. Denn Conrad Kataloge gab es damals schon.

Heute ist natürlich die LED Technik schon viel weiter und vor allem winziger. Man kann aus diesem Bausatz richtig was machen. Ideen habe ich genug, aber dazu in meinem Fazit noch ein paar Anmerkungen. Und vielleicht ergibt sich ja noch was durch den Aftermarketbereich.

Das als kleine Randnotiz von mir.


Nun geht es weiter:

Hier wird es ein bißchen "tricky". Man muss dieses Teil mit dem "Fachwerk" zusammenschieben. Gleichzeitig muss aber auch das Transportband eingearbeitet werden und um die verschiedenen Umlenkrollen gelegt werden. Aber seht selbst.


Währenddessen muss es auch ins Absetzergebäude eingesetzt werden; aber ohne zu kleben !!!! Es muss alles noch beweglich sein. In den u-förmigen Bauteilen habe ich die Farbe weggefeilt um leichter schieben zu können.


Dann fiel mir noch auf, dass das lange Fachwerk etwas "nackt" daher kommt.
Links und rechts vom Transportband habe ich daher die Laufgänge gestaltet.
In der Arbeit verwenden wir leicht durchsichtige Kunststoffplatten, die vom Maß her zu groß angeliefert wurden. Ich habe die Abfälle dankbar mitnehmen dürfen. Ich habe 5mm breite Streifen geschnitten uind leicht angeschliffen. Die Geländerfüße leicht angeschliffen- sie waren ja schon lackiert - dann vorsichtig mit Plastikkleber benetzt und festgeklebt. Die Sheetstreifen habe ich nicht weiter mit Farbe behandelt, weil im Original es sich ja um Laufgitter handelt. Fertig.


Jetzt das Einfädeln des Transportbands. 95 cm wollen gezogen und umgelegt werden.




Leider etwas unscharf, aber das Bild wollte ich Euch trotzdem nicht vorenthalten. Denn hier sieht man Einführen in den U-Teilen von rechts beginnend und gleichzeitig das Nachschieben des Transportbandes.















Endlich geschafft:




Diese fünf Teile habe ich erst in diesem Baustadium eingebaut:




Somit waren Absetzergebäude und Fachwerk fertig und wurden erst mal an die Seite gelegt. Die kleinen Farbkorrekturen wurden ganz zum Schluß vorgenommen.


Weiter geht es mit den Laufgängen und Treppen am Bagger. Die alte BA läßt uns da leider im Unklaren. Also Originalbilder angeschaut und mit Plastiksheet umgesetzt:




Die Treppen wurden unterteilt.
In einem Stück auf der Länge und Höhe gesehen ist wenig realistisch und hat wohl mit Arbeitssicherheit nichts zu tun. Das hätte damals die BG niemals abgenommen.






Hier wieder deutlich die frei gekratzten Klebestellen zu sehen. Die diagonalen Treppengeländer waren sehr zeitaufwendig. Schön, wenn dann die bessere Hälfte sagt: "Was machst du eigentlich den ganzen Tag. Man sieht doch gar nicht, dass es weiter geht." Grrr.....




Während die Treppen so langsam vor sich hinkleben, habe ich die Kabinenteile und Fachwerkaufzüge angebracht. So ein Bagger hat viele Baustellen, an denen man gleichzeitig arbeiten kann. Frei nach dem Motto: "Es gibt immer was zu tun."


Die diagonalen Treppengeländer hielten noch eine ganze Weile auf.




Die eine Seite ist fast fertig. Aber hinten ..... jammern hilft nicht. Weitermachen.




Hier noch mal Achtung!!!
Dieses Bauteil sollte laut BA schon mit dem Fachwerk verklebt werden und dann eingesetzt werden. Habe ich natürlich gemacht. Macht es bitte nicht. Denn sonst bekommt ihr die komplette Einheit nicht in den Ring eingesetzt. Die obere Plattform ist im Weg.
Besser so vorgehen. Ein Festkleben ist ebenfalls nicht nötig. Der Transport des kompletten Baggers ist dann bedeutend leichter zu händeln, trotz seiner beeindruckenden Größe.


Hier ein wenig Detaillierung der Kräne. Eine Hülse für die Fäden und aus etwas Draht noch die Haken gebogen. Das muss erst mal reichen.


Das war es erst mal wieder von mir. Viel Spaß beim Bilder schauen.

Tach zusammen :wink:
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Realname: Manfred Bauer

Wohnort: Diessenhofen Schweiz

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16

Freitag, 8. März 2013, 10:59

Hallo

An dieser Stelle mal ein grosses Kompliment für das was man bisher vom Bagger sehen kann, super umgesetzt. Ein Bausatz aus der Erstausgabe liegt noch bei mir auf Halde und einer der Wiederauflage ist bestellt und der wird dann auch gebaut.

Einen kleinen Tipp habe ich Dir noch für die Förderbänder. Für meine TBM - Modelle ( hier im Forum sind Bilder in der Rubrik "Sonstige Modelle" zu sehen ) hatte ich auch das Problem mit der Darstellung der unzähligen Förderbänder die sich da in und um so eine Tunnelbohrmaschine befinden.

Die Laufrollen etc. habe ich dann aus Evergreenmaterial gebaut, ähnlich wie sie Revell am Schaufelradbagger als Spritzling gemacht hat. Nun habe ich mir ganz normales schwarzes Isolierband genommen und über die Laufrollen gelegt und da das Isolierband ja selbstklebend ist klappt das ganz ordentlich und braucht keinen Kleber mehr dazu und die Gummioptik kommt beim Isolierband perfekt rüber.

Gruss aus der Schweiz
Manfred
Wer bohrt kommt weiter

17

Freitag, 8. März 2013, 11:11

Hallo Manfred,
vielen Dank für deine netten Worte. Du bist doch der mit dem Scratchbau des Tunnelbohrers?!!!! Großes Kino.
Ja, es gibt schon interessante Modelle abseits des Mainstreams. Leider viel zu wenig. Da womöglich die Masse der Modellbauer nichts damit anzufangen weiß. Kenner wissen aber sehr wohl solche Modelle zu schätzen.
Sei es dein Tunnelboher, ein Tagebaubagger, eine Ölplattform (Revell) . Was könnte man noch realisieren? Wird schon schwierig.

Jetzt zu dem Material des Transportbandes. Das es nicht der Weisheit letzter Schluß ist, war mir klar.
Bloß mit dem beigefügten Material konnte ich gar nichts anfangen. Da zu wenig und die Farbe weiß.... brrrr....

Ich möchte noch nicht zu viel verraten. Ich habe schon ein Testmaterial in der Hand gehabt, das hoffentlich dieser Wiederauflage beilegen wird. Das wird passen und nicht so grob strukturiert sein.
Viele Grüße
Michael
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18

Freitag, 8. März 2013, 12:12

Gibt es eigentlich einen Grund für die gelben Handläufe?

Sieht für mich etwas beißend aus mit der eigentlich rustikalen Grundoptik.


Sonst bisher ein gelungenes Modell!

19

Freitag, 8. März 2013, 13:38

Hallo Michael,
für die Transportbänder könnte man auch gummiertes Tape nehmen, ähnlich dem Isolierband das Manfred benutzt,
allerdings in verschiedenen Breiten und auch leicht strukturiert zu bekommen.
Und dann wäre da noch das gute alte Schleifpapier... ;)
Wenn man da ein schwarzes, ziemlich feines einsetzt,
dann hat man einen guten Look für ein nicht mehr ganz sauberes Förderband.

Irgendwann muss ich auch mal so ein Modell bauen - natürlich mit kompletter Beleuchtung... :pfeif:

lg,
Frank
Modellbau ist Kunst - und manchmal Sport - und darf niemals als Arbeit gesehen werden!

Im Bau: The 24-Gun Frigate Pandora 1:128 - RC
Im Bau: Schlepper Goliath - RC

20

Samstag, 9. März 2013, 03:18

Hallo FreddyModellbau,

natürlich gibt es einen Grund für die gelben Handläufe. Beim Original sind die auch gelb. Wem es zu grell ist, sollte das gelb noch weiter mit weiß mischen. Es liegt aber auch an der Materialstärke, dass es etwas dominant rüberkommt. Deshalb besteht ja der Wunsch nach einem PE Satz.



Grüße Michael :wink:
Die einen sagen stolz: "das habe ich gelernt" ; die anderen sagen nichts, aber dafür können sie es.

21

Samstag, 9. März 2013, 09:09

Stimmt, du hast recht...





naja, so schmutzig wie es im Tagebau zugeht hätte ich die wahrscheinlich dunkler gemacht. :ok:

22

Samstag, 9. März 2013, 13:52

Hi Michael,
Hammerteil :ok: !!! Saubere Arbeit bis jetzt. Hab diese Monster schon live gesehn. Mein Opa kam aus der Ecke und immer wenn wir da zu Besuch waren gab es einen Abstecher an den Tagebau.
Werde Dir weiter über die Schulter schauen. Achso...wie groß wird er denn wenn er fertig ist oder hab ich das überlesen?
Viele Grüße
Sebastian
Jeder hat ne Haube...ich fahr ohne!!!

23

Samstag, 9. März 2013, 15:31

Hallo Sebastian,

ich habe die Größe nicht extra erwähnt, die Schachtel "sagt "unten rechts 102 cm in der Länge. Das zählt aber wohl den Absetzer mit und wie man ihn ausrichtet. Die Höhe beträgt 42,5 cm.
Also, man braucht schon Platz. Ein Diorama sollte daher mindestens die Größe einer Europalette haben, 80 cm mal 120 cm.

Nun geht es weiter:
Und wer es im Rücken von Euch haben sollte.... die Arbeit die jetzt ansteht, macht selbigen keine Freude:
Im Stehen, leicht gebückt und dabei noch hochkonzentriert. Die Brückenköpfe werden mit Klammern arretiert, schließlich gilt es 14 Fäden zu verspannen und dann noch auf eine Art und Weise dass es keinen Durchhänger gibt. Dabei muss man auch noch darauf achten nicht zu fest zu zurren, damit die Brückenköpfe sich nicht verziehen.







Geschafft. Der spannende Moment war, als die Klammerm gelöst waren; alle Fäden straff oder doch ein Durchhänger?
Aber was war das?

Eine Klammer hatte ich ausversehen mit festgezurrt.
Da wurde es wieder laut. Also losschneiden und nochmal mit Pinzette und Nadel rann. Au, der Rücken.


Nun galt es noch das letzte Transportband einzufädeln, geht es doch nur im eingebauten Zustand wegen der Umlenkrolle im oberen kleinen Gebäude auf dem Drehkranz:


Das sah so die alte BA nicht vor und auf frühen Fotos vom Original war diese Verspannung auch nicht zu sehen, auf neueren Fotos aber sehr wohl. Ist schnell gemacht. Ein Stück Draht um eine Nadel gelegt, verdrillt, Loch an passender Stelle im Fachwerk gebohrt, Öse eingeklebt und mit Polyesterfaden verzurrt.








Über das Transportband und die Möglichkeiten haben wir uns schon genügend ausgetauscht. Der Wiederauflage wird ein anderes Material beiliegen:


Nun wurden noch die Typenschilder angebracht; davor habe ich die Decals allerdings noch mit R2 matt versiegelt und ganz leicht verschmutzt. Alt genug waren sie ja schon.




Ein paar Geländerteile hatte ich noch übrig; die habe ich dann für die Laufwege für den vorderen Ausleger verwendet, wie man sehen kann reichte es aber nur noch für jeweils ein aüßeres Geländer pro Laufweg. Dem Bausatz wird ein dritter Spritzling beiliegen. Das sollte dann ausreichen.

Von rechts eingeschoben und nach links positioniert.


Die freigekratzten Klebestellen:


Und festgeklebt:








Irgendwie müssen die "Arbeiter" auf das "Monster" kommen. Also noch schnell ein Aufstieg gebaut:




Festgeklebt, mit dem Pinzettengriff ausgerichtet und dann über Nacht trocknen lassen:


Übrigens läßt sich der Bagger trotz seiner Größe sehr gut händeln. Einfach mit den Händen unter den Auslegern halten. Da sind keine zerbrechlichen Teile im Weg.


Das war es mal wieder von mir. Letzte Arbeiten folgen noch.

Tach zusammen :wink:
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24

Samstag, 9. März 2013, 19:59

Hallo,

wow ist das ein Riesen-Teil 8) Gefällt mir sehr gut. Und dein Bau ist super, sehr schön gealtert und alles super beschrieben. Vielen Dank!


Ich durfte so eine Maschine letztes Jahr live erleben, als wir eine Klassenfahrt in den Tagebau gemacht haben. Dort hat einer der größten Schaufelradbagger der Welt gearbeitet, das ist einfach Wahnsinn, wie riesig das Teil ist und was das weg schaufeln kann.
The "Earth" without "Art" is just "Eh".

dagmar bumper

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25

Sonntag, 10. März 2013, 11:33

Howdy Michael :wink: ,

:respekt: für diesen BS und BB. Sehr ausführlich beschriebener Bau und mit einigen Hintergrundinfos manche "Klippe" umrundet. Klasse gemacht. So bekommt man mal ein bißchen Einblick in eine Technik, die man vielleicht mal von weitem sehen kann und die sehr beeindruckend ist. Danke dafür.

So long

Matze

26

Dienstag, 12. März 2013, 10:00

Hallo zusammen,

nun folgt der letzte Teil des Bauberichts eines interessanten Modells:

Beim Suchen nach Vorbildfotos im "Netz" stieß ich auf ein Foto, das eine Deutschlandflagge auf einen der Kabinenaufzüge zeigte. Womöglich war gerade ein Fußballtunier und die deutschen Kicker waren noch im Spiel um die Trophäe...

Das wollte ich auch realisieren.
Also bat ich einen befreundeten Modellbaukollegen, mir ein paar winzige Flaggen 3mm mal 5mm zu kreieren. In diesem Fall handelte es sich um eine selbstklebende Folie.
Mit dünnem Evergreen Rundmaterial, Polyesterfaden ist das zügig erledigt.
Ok. Ich gib es zu. Das Material ist etwas steif und "fällt" nicht so schön.
Aber dem Decalbogen werden diese Flaggen ebenfalls beiliegen. Auf Aluminiumfolie aufgetragen wird es bedeutend realistischer aussehen wie bei dem hier gezeigten Nürnberger Messemodell:


Man kann natürlich auch Stecknadeln nehmen. Jeder so, wie er/sie mag.


Die angefertigten Laufgänge am Ausleger und die angebrachten Plattformen aus Plastiksheet und Treppenteile waren noch ohne Farbe. Mit einem dünnen Pinsel war die Arbeit relativ schnell erledigt.


Die Flaggen sind soweit fertig. Ein Bausatz lebt von solchen Details.
Gerne hätte ich den Unfall mit der "Raupe" dargestellt. Das wäre noch so ein kleines Highlight gewesen. Aber in dem Maßstab gibt es wohl nichts. Ich wäre ja mit dem Z-Maßstab aus dem Modelleisenbahnbereich zufrieden gewesen ( 1:220).
Aber auch auf diesem Sektor habe ich nichts passendes gefunden. Schade. Mehr Ideenwünsche zum Bagger in meinem Fazit in der Galerie
Womöglich ließt jemand mit, der das machen kann. Ich nehme 12 Stück.


Letzte Farbkorrekturen:




Der Bau des Schaufelradbagger ist damit zu Ende. Ein erstes Bild vom Hauptbagger bei Außenaufnahmen. Wie man sieht, hatten wir 20 cm Schnee und es war bitterkalt. Nicht gerade ein Vergnügen draußen zu fotografieren.


Einige Fotos habe ich dann doch noch gemacht und sind in der Galerie zu sehen.
Gerne darf der Admin nun den Status in "Fertig" ändern.

Ich bedanke mich bei allen, die geklickt haben und sich nun ebenfalls auf diesen Bausatz freuen. Der Bausatz ist limitiert. Da heißt es schnell sein.

Es ist Revell hoch anzurechnen, dass sie in den 80igern den Mut hatten, Modelle herauszubringen, die außerhalb der Hauptthemen lagen.
1983 die Bohrinsel, 1984 der Braunkohlebagger.

Beim Stöbern im Katalog von 1984 stieß ich auf weitere "Schmankerl", wie die Satelliten und weitere futuristische Modelle im Spacebereich.
Die Queen Elizabeth II in 1:450, Oldtimer in 1:24 und in 1:16. Motorräder !!!, Trucks der Hersteller DAF, Mercedes und Volvo in 1:25 und nicht zu vergessen die Waggons für die immer noch lieferbaren Dampfloks und Eisenbahngebäude in 1:87. Hoffentlich wird das ein oder andere mal wieder aufgelegt.
Sicher, in 30 Jahren hat sich viel im Formenbau getan. Aber mit ein wenig Geduld, gutem Spachtel und verschiedenen Schleifpapieren bekommt man ansprechende Modelle für die heimische Vitrine.

Ich bedanke mich für Euer Interesse.
Weitere Bilder dann in der Galerie.

Tach zusammen :wink:
Die einen sagen stolz: "das habe ich gelernt" ; die anderen sagen nichts, aber dafür können sie es.

27

Dienstag, 12. März 2013, 13:48

Sieht wirklich klasse aus! :respekt: :dafür:
Fehlt aber da nicht der kleine Absetzer-"Panzer"? Der ist doch im Bausatz dabei?
Weißt du wo man den die limitierte Neuaflage des Baggers beziehen bzw. bestellen kann?
Momentan im Bau:
Verschiedene Projekte und Dios in 1/72 & 1/35
In Planung:
zu viele...

28

Dienstag, 12. März 2013, 19:10

Hallo Andi,

du meinst sicher diese Art Brückerverschiebung auf dem Oberbaufachwerk mit Unterbaufachwerk.
Sorry. Das habe ich hier im BB ein wenig unterschlagen. Der ist natürlich beim Bausatz dabei. Aber in der Galerie wirst du es sehen. Die Bilder stelle ich aus Zeitgründen Morgen früh ein. Ich bitte um Verständnis. Ich habe schon wieder eine andere Baustelle.

Zu dieser kleinen baulichen Einheit ist zu sagen, das sie auf manchen Einsatzfotos nicht zu sehen ist. Warum auch immer. Einige Schaufelradbgger "hauten" den Abraum übrigens ohne Absetzergebäude nach hinten raus. Das Absetzergebäude wurde wahrscheinlich hauptsächlich für die Befüllung von Waggons benutzt. Womöglich weiß ein User mehr und kann darüber berichten.
Ich spekuliere, würde aber auch gerne genau Bescheid wissen.


Thema Verfügbarkeit.
Ich weiß es nicht ganz genau, Mai oder Juni soll er wohl erscheinen. Entweder du sprichst deinen Händler an, dass er Dir einen vorbestellen soll. Artikel Nr. 08813.
Oder du guckst regelmäßig im Online Shop von Revell nach. Aber wenn du Pech hast, ist er dann schon ausverkauft.
Deshalb würde ich zum Händler gehen und vorbestellen.
ich habe das Gefühl, dass er schnell ausverkauft sein dürfte. Ich möchte ja schon alleine drei Stück haben.

Viele Grüße Michael
Tach zusammen :wink:
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29

Dienstag, 12. März 2013, 21:24

Versuch einer Prinziperklärung:
Das „Absetzgebäude“ ist die (fast)frei verfahrbare Verladebühne für Waggons, ebenfalls Kettengeführt und Stromabhängig vom Bagger. Sie fährt je nach Gleislänge und Waggonvorrat mal vor- mal hinter dem Bagger. Der Verfahr-Radius ist abhängig von der Länge der Unterbandkonstruktion, das frei vor- und zurück verfahrbar ist und fest mit dieser Bühne Verbunden ist.

Wenn die Verladebühne nicht eingesetzt wird, wird in der Regel nur Abraum gebaggert und dann ist der Bereich, wo dieser hinfällt, bereits ausgekohlt. Im Prinzip wird ja immer nur eine lange breite Rinne ausgehoben und hinter dem Bagger wieder zugeschüttet. Je nach Lage der Braunkohle muss aber in mehreren Stufen gearbeitet werden, sowohl beim Abraum, als auch bei der Braunkohle. Bei den unteren Stufen wird dann oftmals bereits das Abraummaterial bereits als Füllmaterial benutz. Bei den riesigen Dimensionen aber fällt das im Geländeprofil kaum auf. Das wird logistisch bis ins feinste gesteuert, um unnützes – und kostspieliges – Umlagern zu vermeiden.

Leider hab ich trotz Google keine Kurzfassung darüber gefunden.

LG
Dieter
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30

Donnerstag, 14. März 2013, 11:00

Vielen Dank für den Baubericht und einen Dank an Revell, den Bausatz wieder aufzulegen. Hoffentlich nehmen sie sich Deine Wünsche in der galerie ein wenig zu Herzen.

Ob ich einen ergattern werde? Die Kindheitserinnerungen sind wieder wach, das "haben wollen" da...aber...ob ich mich traue...ich weiß es nicht. Meine 1/8er Corvette schlummert hier auch vor sich hin, weil ich mich nicht heran traue. Soll es dem Bagger dann gleich gehen? Zumal der Platzbedarf mit Diorama schon enorm ist...verdammte Zwickmühle.

Danke Dir!


Nachtrag: ich habe mir erlaubt, die Galerie hier zu verlinken: Schaufelradbagger 289

Verwendete Tags

1:200, Revell, Schaufelradbagger

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